Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverband Fläming e.V.
Tourismusverband Fläming e.V. lockt mit kleinen, feinen Angebote zum Reformationsjubiläum.
Das Programm, das der Tourismusverband Fläming e.V. zu 500 Jahren Reformation gebündelt hat, kann sich sehen lassen. Reformation und Fläming passen nicht nur hervorragend zusammen, sondern die 95 Thesen von Martin Luther lassen sich nicht ohne das Wirken des Ablasspredigers Johann Tetzel im nahen Jüterbog erklären. Der hatte mit Sprüchen wie
„Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt“
auch Wittenberger Bürger angelockt, die hofften, sich bequem mit Geld vom wirklichen Bereuen freikaufen zu können. Deshalb ist sich Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverband Fläming e.V., sogar sicher:
„Dorfpapst“ Gerhard Henkel fordert: „Lasst das Dorf leben!“
Gerhard Henkel & Bernd Moritz
Rädigke. Gerhard Henkel, von einer Zeitung als Dorfpapst tituliert, trifft die Meinung im Saal, wenn er Defizite vor Ort einerseits und eine zunehmende Fremdsteuerung statt dörflicher Eigenverantwortung andererseits beklagt. Der große Raum in der Fläming-Bibliothek im Gasthof Moritz ist trotz des politischen Themas und des Eintrittspreises bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllt. Das Thema „Rettet das Dorf!“ brennt offenbar vielen unter den Nägeln.
Für Lebendige Dörfer im Hohen Fläming – Nachgefragt zum Dörfernetzwerk
Am letzten Donnerstag wurde auf der Burg Rabenstein das bereits im Oktober letzten Jahres verabredete Dörfernetzwerk Hoher Fläming gegründet und Ralf Rafelt aus Groß Marzehns zum Sprecher gewählt.
Wie verlief das Treffen auf der Burg Rabenstein?
Rafelt: Es gab eine gute Diskussion. Wir waren 23 Teilnehmer aus 13 Dörfern aus dem Amt Niemegk, aus der Gemeinde Wiesenburg/Mark sowie aus der Stadt Bad Belzig. Ich bin sehr froh, dass auch der Amtsdirektor von Niemegk, Thomas Hemmerling, und damit die Verwaltung mit an Bord ist. Das hilft uns professioneller zu arbeiten. Daneben hoffen wir auf eine zweijährige Begleitung durch das Institut für nachhaltige Entwicklung und Strukturpolitik (INES). Aber wir sind uns einig, wenn die Förderung nicht kommt, machen wir trotzdem weiter.
Was kann man sich unter einem Dörfernetzwerk Hoher Fläming vorstellen?
Alexandra Leifheit aus Borkheide (links) und Lahra Lange aus Borkwalde finden ihre höhenverstellbaren Stühle und Tische normal.
Alexandra und Lahra finden nichts Besonderes an ihren Stühlen in der Hans-Grade-Grundschule Borkheide. Sie sitzen gut drauf. Das ist doch normal. Ist es das? Noch sind ihre Stühle und Tische nicht für alle Schülerinnen und Schüler an den brandenburgischen Grundschulen Alltag. Nach Studien, auf die der Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung verweist, sollen in Deutschland nur ein Viertel aller Schüler auf ihre Körpergröße abgestimmte Stühle und Tische zur Verfügung haben. Dabei können die Größenunterschiede bereits innerhalb einer Klasse bis zu 40 cm betragen.
Borkwalder Bürgermeisterin Renate Krüger (Linke) über die Förderung von Vereinen im Ort
Bürgermeisterin Renate Krüger (Linke) beim Sommerfest 2014
Borkwalde. Die Borkwalder Gemeindevertreter haben auf ihrer letzten Sitzung einstimmig beschlossen, in diesem Jahr die Arbeit von Vereinen und Initiativen im Ort mit insgesamt 4600 Euro zu unterstützen. Anlass genug, mit der Bürgermeisterin Renate Krüger (Linke) auf das Vereinsleben in der Waldgemeinde mit der bunten Holzhaussiedlung zu blicken.
Warum wollen Sie und die anderen Gemeindevertreter so viel Geld für die Vereine und Interessensgruppen ausgeben?
Der Vorsitzende des Naturparkvereins am Rothirsch-Präparat
Das ursprünglich geplante Standpräparat aus dem Naturkundemuseum Potsdam hätte nicht durch die Tür gepasst. Aber auch der liegende Rothirsch aus Berlin ist eindrucksvoll. Anlass für seine Aufstellung in der Alten Brennerei in Raben ist das bevorstehende Jubiläum des Naturparks Hoher Fläming. Am 28. November 1997 hatte der damalige Umweltminister den Hohen Fläming zum Naturpark erklärt.
Am Freitag Abend präsentierte der Leiter des Naturparks Hoher Fläming, Steffen Bohl, nicht nur den ausgestopften König der Wälder und eine informative Ausstellung über dieses herrliche Tier, sondern stellte auch die geplanten Höhepunkte zum 20jährigen vor.
Die Digitalisierung des Arbeitens und des Lernens startet am Montag um 19 Uhr und kostet 6 Euro
Nicolle Wundrich von der VHS Potsdam-Mittelmark freut sich auf die neuen Kurse
Die Volkshochschule Potsdam-Mittelmark lädt erstmals zu einem Webinar ein, passenderweise zum Thema „Arbeitswelt 4.0: Chancen und Anregungen aus der Praxis“. Noch sind Anmeldungen möglich.
An diesem Kurs will Nicolle Wundrich unbedingt selbst teilnehmen. Ansonsten kümmert sich die Mitarbeiterin der Volkshochschule Potsdam-Mittelmark vor allem darum, dass andere spannende Kurse angeboten bekommen, vor allem in den Bereichen Arbeit und Beruf. Aber die Veranstaltung am Montag ist anders.
Langsam nehmen die Pläne der Berlin-Brandenburgischer Flächenentwicklungs GmbH (BBF) für Borkwalde Gestalt an. Deren Geschäftsführer Jesús Comesaña präsentierte auf der Sitzung der Gemeindevertreter erstmals seine Vorstellungen der Öffentlichkeit. In Borkwalde hat die BBF ca. 150 Hektar von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben. Gegenwärtig finden in Absprache mit der Forst auf dieser Fläche Waldpflegearbeiten statt.
Bei der BBF handelt es sich um ein regionales Unternehmen mit 20 Mitarbeitern, das hauptsächlich jedoch im Speckgürtel um Berlin aktiv ist. Das Unternehmen
Ricarda Müller, Hausherrin im Kulturhaus Alte Brücker Post, begrüßt die Schriftstellerin, Musikerin und Malerin Andrea Jennert mit den Worten „Sie ist wieder da!“ Das empfinden offenbar die Anwesenden genauso. Die meisten sind gekommen, weil sie Jennert bereits kennen und schätzen. Darunter auch Gäste aus Borkwalde, wo Jennert einige Jahre gelebt und gearbeitet hatte. Die Atmosphäre ist familiär.
Ankommen, ankommen wollen ist zugleich das große Thema des Abends. Jennert liest aus ihrem neuen, noch unfertigen Briefroman und begleitet sich zwischendurch selbst mit passenden Stücken am Piano.
Für die Chronik sei hier vermerkt: Im Rahmen des Erasmus-Plus-Projektes, an dem ich mitwirke, fand am letzten Wochenende in Garrey eine internationale Konferenz statt. Insgesamt finden fünf solcher Treffen statt, in jedem Teilnehmerland eins. In Deutschland stand die Fotografie im Mittelpunkt. Heute berichtet die Märkische Allgemeine über das Treffen und erwähnt auch meine Workshops:
Jes Holtsø & Morten Wittrock gemeinsam im Burgkeller Bad Belzig am Piano
Am Wochenende hatte ich wieder einmal das Vergnügen, für die Märkische Allgemeine für einen Artikel unterwegs zu sein. Ich sollte berichten und habe berichtet über das Blueskonzert der Dänen Jes Holtsø und Morten Wittrock, das beide im Burgkeller Bad Belzig gaben. Jes Holtsø, der eine oder andere wird sich erinnern, spielte den Børge Jensen in den Olsenbanden Filmen, jenen aufgeweckten Jungen mit langen Haaren, dicken Brillengläsern und rotem Pulli. Organisiert wurde das Konzert von Paul Wenzel und Steffen Paatz vom Olsenbandenfanclub Deutschland einerseits, und dem Kulturland Fläming e.V. um Frank Grünert andererseits. Heute spielt Holtsø Mundharmonika und singt. Ein Vergnügen war der Konzertbesuch allemal, wie die Bilder und mein Bericht in der Zeitung zeigen:
Die unermüdliche Organisatorin der Veranstaltungsreihe „Der besondere Abend“, Edda Haage, stand am Sonntag selbst auf der Bühne der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in Borkheide um aus dem Ehetagebuch von Clara und Robert Schumann zu lesen. Zwischen den Textvorträgen erklangen immer wieder die sphärischen Klänge von Adele (die Singende Säge).
Borkheide. Draußen strahlte der Frühling. Drinnen war das Foyer der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ trotzdem gut gefüllt, mit vielen Frauen und einigen Männern. Sie erlebten ein ebenso nachdenkliches wie unterhaltsam leichtes Kulturprogramm rund um Frauen und ihren selbstverständlichen, unvollendeten Anspruch auf Gleichberechtigung.
Die unermüdliche Organisatorin der Veranstaltungsreihe „Der besondere Abend“, Edda Haage, stand am Sonntag selbst auf der Bühne. Sie las aus dem berühmten gemeinsamen Ehetagebuch von Clara und Robert Schumann. Die Pianistin von Weltrang musste offenbar ihren Anspruch auf Selbstverwirklichung gegenüber ihrem Mann und sich selbst erkämpfen. Mal störte ihr Klavierspiel ihren Mann beim Komponieren, mal sollte sie nicht konzertieren, sondern bei ihm und den Kindern sein.
Auch die Frauen, die die langjährige Borkwalderin Andrea Jennert anschließend schlaglichtartig vorstellte, mussten mit Vorbehalten und dem Zeitgeist kämpfen. So die französische Bildhauerin Camille Claudel, die sich dagegen wehrte, auf die Rolle einer Schülerin ihres Lehrers Auguste Rodin reduziert zu werden. Oder Emma, die in einer fiktiven Geschichte in Jennerts eigenem Roman „La Mer“ ihren berühmten Mann Claude Debussy verdächtig leicht dahin bringt, ihre eigenen (fiktiven) Kompositionen nicht unter dem Namen Debussy zu veröffentlichen. Augenzwinkernd meint Andrea Jennert schließlich, Gleichberechtigung sei eine gefährliche Sache. Wenn die Männer nun auch alle drei Tage zum Friseur gingen, ständig neue Anzüge bräuchten oder gleich eine Szene machten, wenn sie etwas nicht bekämen? Ähnliche Aphorismen fanden die Gäste auf ihren Stühlen vor und durften sie im Laufe des Abends vortragen.
Edda Haage selbst erwies sich einmal mehr als Multitalent. Als Putzfrau verkleidet gab sie den durch Cissy Kraner berühmt gewordenen Chanson „Der Novak lässt mich nicht verkommen“ zum Besten. Nach der Pause las sie eine ungehaltene Tischrede einer ungehaltenen Frau, von Katharina von Bora. Diese fordert in der von Christine Brückner erdachten Rede von ihrem Mann, Martin Luther, dass der Mann der Frau ebenso Gehorsam schulde wie umgekehrt. Felicitas Beer trug Gedichte von Kurt Tucholsky vor.
Zwischen den Textvorträgen erklangen immer wieder die sphärischen Klänge von Adele. So heißt die Singende Säge der Vize-Weltmeisterin auf diesem Instrument, Katharina Micada. Gern ließ sich die Künstlerin Musikvorschläge aus dem Publikum zurufen, um sie dann mit meisterhafter Leichtigkeit zum Besten zu geben. Ihr Repertoire reicht von Brahms bis Beatles, von Wagner bis Marlene Dietrich, ja bis Star Trek.
Am Ende regnet es rote Rosen. Das Publikum forderte und bekam eine Zugabe. Als es sich auf den Heimweg begab, war der Abendstern, die Venus, aufgegangen.
Zu diesem Artikel sind auch einige Fotos entstanden, veröffentlicht wurde das vierte mit Edda Haage: